Knicksäule oder “Lasst uns nicht einknicken”

Eigentlich kennen die meisten privaten Sternwarten “nur” eine Säule aus Beton oder Stahl als Basis für die Montierung. Es sind “gerade” Säulen, wo allerdings – bei einer äquatorialen Montierung – das Teleskop in bestimmten Positionen auch mal an der Säule anstoßen kann. Wir hatten dieses Problem (eine Betonsäule mit quadratischer Grundfläche und 50cm Kantenlänge halfen dabei nicht wirklich) bei der Beobachtung am Himmelsmeridian, wobei ca. 10 Grad west- und ostwärts tabu waren, um nicht mit der CCD-Kamera in die Säule zu rauschen.

Lösungen gäbe es wohl mehrere für dieses Problem: Eine dünnere Säule (dafür weniger Stabilität), oder eben eine geknickte Montage. Beim Stöbern auf der Homepage von ASA (Astrosysteme Austria) entdeckte ich die DDM160, eine massive Montierung für schwere Geräte (weit über 100kg Instrumenten-Tragkraft), welche ausschließlich auf einer eigens angefertigten Stahl-Knicksäule aufgebaut wird.

Nach mehreren Berechnungsrunden haben wir uns also dazu entschlossen, eine solche anzuschaffen. Dazu mussten wir noch die bestehende Betonsäule abbrechen und auf Bodenhöhe wieder glattstreichen.

Knicksäule

Bended pier with ASA DDM85-XL and a GSO RC 12″ on it

Die Montage der Säule war dann etwas knifflig: Die Betonplatte müsste eigentlich (deutlich) größer sein, um mit Spreizdübel die entsprechende Grundplatte sicher verankern zu können. Mit insgesamt vier Dübel wurde diese verankert (später sollte sich dann herausstellen, dass es so nicht reichte, später dazu mehr). Auf diese Platte kam dann die Säule mit ihren gut 120kg (!), wobei man hier noch +/- 5° nachjustieren konnte. Und auf die Säule wiederum die Montierung, welche in der Zwischenzeit zur DDM85-XL aufgerüstet worden ist 🙂